Swiss Ice Hockey passt Regeln für Saison 2026/27 an

Mit der neuen Eishockey-Saison gelten in der Schweiz mehrere angepasste Regeln und Interpretationen. Swiss Ice Hockey hat die für 2026/27 gültige Sammlung Ende August aktualisiert. Änderungen betreffen unter anderem Stockvermessungen im Nachwuchs-, Amateur- und Frauensport, die Coaches Challenge sowie Bodychecks in der SWHL-B.

Eine der deutlichsten Neuerungen betrifft die SWHL-B: Dort sind Bodychecks neu grundsätzlich erlaubt. Eine wichtige Ausnahme bleibt bestehen – Checks auf offenem Eis, bei denen sich zwei Spielerinnen in entgegengesetzter Richtung frontal aufeinander zubewegen, sind weiterhin verboten. Gleichzeitig entfallen im Nachwuchs-, Amateur- und Frauensport die Stockvermessungen weitgehend; einzig in der U21-Elit bleibt diese Regel bestehen.

Auch im Leistungssport wurden verschiedene Abläufe präzisiert. Bei einer Coaches Challenge wegen Offside muss der Trainer genau angeben, welche Szene und welchen Zeitpunkt er überprüfen lassen will. Nach einem Tor darf zudem weiterhin ein Time-out genommen werden, eine anschliessende Coaches Challenge ist dann aber nicht mehr möglich. Wer die wichtigsten Grundlagen zu Icing, Offside, Strafen und Spielablauf nochmals nachlesen möchte, findet sie in unserem Überblick zu den wichtigsten Eishockeyregeln.

Stockvermessungen fallen weitgehend weg

Eine konkrete Änderung für den Nachwuchs-, Amateur- und Frauensport betrifft die Kontrolle der Schläger. Die Regeln 10.5 bis 10.7 zur Stockvermessung werden in diesen Kategorien künftig grundsätzlich nicht mehr angewendet.

Davon ausgenommen ist die U21-Elit. Dort bleibt die Vermessung eines Stocks möglich. In den übrigen betroffenen Ligen werden auch vor Strafschüssen oder Versuchen im Penaltyschiessen keine entsprechenden Messungen mehr durchgeführt.

Unverändert bleibt jedoch eine andere Bestimmung: Nimmt ein Spieler mit zwei Stöcken aktiv am Spiel teil, kann weiterhin eine kleine Strafe ausgesprochen werden. Auch gefährliche Ausrüstungsgegenstände dürfen die Schiedsrichter jederzeit aus dem Spiel nehmen.

Coaches Challenge wird genauer geregelt

Für National League, Sky Swiss League und weitere Leistungskategorien sind vor allem die Präzisierungen rund um Video Reviews und Coaches Challenges relevant.

Will ein Trainer ein mögliches Offside vor einem Tor überprüfen lassen, muss er die konkrete Szene inklusive Zeitangabe benennen. Andere mögliche Offside-Situationen im gleichen Spielzug werden nicht automatisch zusätzlich untersucht.

Auch die Reihenfolge bei einem Time-out ist klar geregelt. Ein Coach darf nach einem Tor zunächst eine Challenge verlangen und danach gegebenenfalls sein Time-out beziehen. Nimmt er jedoch zuerst das Time-out, kann er anschliessend für diese Situation keine Coaches Challenge mehr initiieren.

Eine weitere Präzisierung betrifft ungewöhnliche Situationen mit TV-Kameras. Trifft der Puck eine Kamera oberhalb des Schutzglases, wird das Spiel unterbrochen. Eine kleine Strafe wegen Puck aus dem Spielfeld gibt es aber nur dann, wenn die Schiedsrichter überzeugt sind, dass der Puck das Spielfeld auch ohne den Kontakt mit der Kamera verlassen hätte.

Bodychecks neu auch in der SWHL-B

Besonders sichtbar ist die Anpassung im Frauen-Eishockey. Nachdem Bodychecks bereits in der PostFinance Women’s League zugelassen worden waren, gilt diese Regel nun auch in der SWHL-B.

Checks sind dort grundsätzlich nach den gleichen Prinzipien wie im Männer-Eishockey erlaubt. Verboten bleiben allerdings frontale Checks auf offenem Eis, wenn sich beide Spielerinnen in entgegengesetzter Richtung aufeinander zubewegen.

Ein solcher Kontakt kann mit einer kleinen Strafe oder – bei entsprechend schwerem Vergehen – mit einer grossen Strafe und automatischer Spieldisziplinarstrafe geahndet werden. Die Aufnahme der SWHL-B in diese Regelung wurde an der Ligaversammlung im Mai 2026 beschlossen.

🏒 DIE WICHTIGSTEN ÄNDERUNGEN 2026/27

  • Stockvermessungen entfallen im Nachwuchs-, Amateur- und Frauensport grundsätzlich; die U21-Elit bleibt ausgenommen.
  • Bei einer Offside-Coaches-Challenge muss die zu überprüfende Szene mit Zeitpunkt genau bezeichnet werden.
  • Nach einem bereits genommenen Time-out kann für dieselbe Situation keine Coaches Challenge mehr verlangt werden.
  • In der SWHL-B sind Bodychecks neu grundsätzlich erlaubt, frontale Checks auf offenem Eis bleiben jedoch verboten.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert